In Deutschland gehen mehr Zähne durch Parodontitis (Zahnfleisch- und Zahnbett-Erkrankung) als durch Karies verloren.
Hauptursache dafür sind Bakterien und Zahnstein. Werden diese bakteriellen Ablagerungen nicht regelmäßig entfernt, schieben sie sich wie ein Keil zwischen Zähne und Zahnfleisch. So kommt es zur Bildung von Zahnfleischtaschen, in denen für die Bakterien ideale Lebensbedingungen herrschen. Für die Zahnbürste nicht erreichbar, können sie sich ungehindert vermehren und verursachen Entzündungen.

Wird im Frühstadium nichts unternommen, dringt die Entzündung tiefer in das Zahnfleisch ein und zerstört im Laufe der Zeit den Knochen. Die Zähne beginnen zu wackeln und gehen schließlich verloren.

Warnzeichen für eine beginnende Parodontitis:

- Zahnfleischbluten beim Zähne putzen, bei Berührung oder beim Essen
- Schwellung und Empfindlichkeit des Zahnfleisches
- scheinbares „Länger werden“ der Zähne durch zurückgehendes Zahnfleisch
- ständige Probleme mit dem Geschmack
- Auftreten  von Mundgeruch

Behandlung der Parodontitis:

1. Vorbehandlung:
Sie beginnt mit einer professionellen Zahnreinigung und dem Üben der geeigneten Zahnputztechniken. Hierdurch wird bereits eine erste Verbesserung des entzündeten Zahnfleisches erreicht. Je nach Schweregrad der Parodontitis wird die Vorbehandlung 1-2 mal wiederholt. Am Ende der Vorbehandlung erfolgt eine genaue Messung aller Zahnfleischtaschen sowie eventuell die Anfertigung weiterer Röntgenaufnahmen. Je nach Ausprägung der Parodontitis wird die Durchführung eines Bakterientests empfohlen.

2. Hauptbehandlung:
Unter örtlicher Betäubung wird mit speziellen feinen Instrumenten eine Reinigung der Zahnfleischtaschen sowie der Zahnwurzeloberflächen durchgeführt. Dies erfolgt meistens in zwei Sitzungen. Eine Bekämpfung der Bakterien kann durch den Einsatz eines Lasers oder Antibiotika erfolgen.

3. Nachsorge:
Dies ist die wichtigste Phase für den Erfolg der Behandlung. Eine Parodontitis kann wieder kommen und eine erneute Behandlung erfordern!

Dies können Sie nur verhindern, wenn Sie ab jetzt eine perfekte Zahnpflege betreiben (zusätzlich zur Zahnbürste sind Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürstchen erforderlich). Sie sollten unbedingt regelmäßig (alle drei bis vier Monate) zur Nachkontrolle und professionellen Zahnreinigung zu Ihrem Zahnarzt kommen. Diese beiden Punkte – Ihre häusliche Zahnpflege und unsere Nachsorge – sind ausschlaggebend für den Erfolg der ganzen Behandlung.

Ohne regelmäßige Nachsorge kommt es häufig zu einem Wiederaufflammen der Parodontitis.